Arcadia Quest Review

Arcadia Quest ist ein Abenteuer-Brettspiel für 2 bis 4 Spieler, welches von einem Quartett von Designern erstellt wurde, darunter der renommierte Designer Eric M. Lang. Jeder Spieler kontrolliert eine Gilde und konkurriert, um die Befreier der Stadt Arcadia zu sein und, was noch wichtiger ist, die reichste und mächtigste Gilde im Land zu werden!

Spieler erleben Abenteuer auf Straßen, Verließen oder sonstigen Landschaften, vollenden heldenhaft Quests, kaufen sich neue Waffen, Ausrüstung, werden immer stärker und mächtiger um die Stadt Arcadia vom Bösen zu befreien. Mit Dungeon Crawlern wie Descent hat dieses Spiel aber trotzdem nicht viel gemein. Abwechselnd agieren die Helden in den Straßen und bekämpfen Orcs, Trolle und Hexen, um am Ende schließlich dem Oberbösewicht Graf Zahn gegenüberzustehen. Werden die Helden es schaffen Arcadia zu säubern, oder vermöbeln sie sich auf dem Wege im Wettstreit um das ehrende Ziel zu sehr untereinander?

Spielvorbereitung:
Man wählt das erste aus einer Reihe von bis zu sechs Szenarien bestehenden Kampagne aus. Je nach gewähltem Szenario gilt es immer die dort im Kampagnenbuch beschriebenen Aufbauten der Spielwelt vorzunehmen. Dabei wird dort detailliert erklärt, welche Spielplanteile, Marker und Monster eingesetzt werden sowie die passenden Quest- und Belohnungskarten vorgegeben. Das ganze wird dann noch von einer fortlaufenden Kurzgeschichte aufgewertet.
Anschließend stellt sich jeder Spieler sein Team bestehend aus drei Charakteren mit unterschiedlichen Eigenschaften zusammen und erhalten noch die jeweils 5 Startausrüstungskarten die sie beliebig auf ihre Helden verteilen.

In jedem Szenario gibt es PVE-Quest, also Aufgaben bei denen man gegen das Spiel bestehen muss, z.B. ein bestimmtes Monster töten, oder bestimmte Gegenstände finden. Diese Quest muss jeder Spieler für sich alleine erfüllen. Doch es gibt immer auch PVP-Quest, die man erfüllt hat, sobald man einen Spieler aus einer anderen Gilde eliminiert hat.

Um ein Szenario einer Kampagne zu gewinnen muss man drei Quest erfüllen, wovon eines eine PVE-Quest sein muss. Sprich es reicht im Vierpersonenspiel nicht einfach nur aus jeder gegnerischen Gilde einen Charakter umgebracht zu haben, man muss auch eine Aufgabe erfüllen die vom Szenario gefordert wird.


Spielablauf:
Die Regeln sind relativ schnell verstanden und schnell erklärt. Das Spiel verläuft über mehrere Runden, in denen die Spieler ihre Züge komplett durchführen, bevor der nächste Spieler folgt. Der aktive Spieler hat dabei immer die Wahl einen Helden zu aktivieren oder seiner Gilde eine Ruhepause zu gönnen.

Jeder Charakter hat drei Bewegungspunkte, Bewegung funktioniert nur rechtwinklig. Türen öffnen oder schließen kostet ebenfalls einen Bewegungspunkt. Das Spielfeld ist dabei auch deutlich kleiner als es aussieht denn es gibt überall Portale. Betritt man ein solches kann man für einen weiteren Bewegungspunkt ein beliebig anderes, gleichfarbiges Portal betreten. Man kommt also sehr schnell dahin wo man hin möchte und niemand kann sich wirklich verstecken.

Angreifen ist auch sehr einfach. Man wählt einfach eine Waffe aus, deaktiviert sie, schaut wie viele Würfel man werfen darf und los geht’s. Nahkampfangriffe gehen nur auf benachbarte Felder, Fernkampfangriffe brauchen nur Sichtlinie Zusätzlich gibt es noch den kritischen Treffer, der einen Erfolg für beide Angriffsarten bedeutet und zusätzlich erlaubt, einen weiteren Würfel zu werfen (auch mehrfach). Hat der angegriffene Held oder das angegriffene Monster eine Verteidigung, wird die entsprechende Anzahl an Verteidigungswürfeln gewürfelt. Auch dabei gibt es das Schild Symbol für eine erfolgreiche Verteidigung und das kritische Symbol für eine erfolgreiche Verteidigung und einen weitere Würfel.

Das Angreifen ist dann auch eine von zwei Möglichkeiten wie die Monster aktiv werden. Es gibt keinen exklusiven Spieler der die Monster steuert und sie werden auch nicht automatisch nach der Runde eines Spielers aktiv. Vom Szenario her sind sie immer so clever platziert, dass sie so stehen, dass die Spieler an den Monstern vorbeimüssen.

Immer wenn man ein Monster angreift, reagiert es. Je nach Monster darf es sich eine bestimmte Anzahl an Feldern weit bewegen und dann angreifen. Wenn man das Monster nicht bewegen möchte und eine Tür in der Nähe ist kann man diese stattdessen auch auf oder zu machen. Man muss auch nicht angreifen, wenn man das gerade nicht möchte. Man ist in diesem Fall der Spieler rechts von einem, der die Kontrolle über das Monster übernimmt und alle Entscheidungen trifft: Bewegen ja, nein, angreifen ja, nein, etc. Das kann man natürlich auch zu seinem eigenen Vorteil nutzen und das Monster so bewegen, dass es einem in seinem eigenen Zug nicht mehr im Weg steht bzw. eben den Mitspielern gezielt den Weg versperrt.

Die andere Variante wie ein Monster aktiviert werden kann ist eine Wächteraktion. Solange sich ein Spieler in ein zum Monster angrenzendes Feld bewegt ist alles gut. Sobald er aber dieses Feld wieder verlassen möchte, reagiert das Monster und der rechte Spieler kann mit diesem Monster einen Angriff durchführen.

Es gibt noch einige weitere Spielelemente die ich hier nicht erwähnt habe (Todesflüche, Monsterrespawn, Schätze etc.), aber ich wollte nicht den Rahmen sprengen.

Spielende:
Wurde ein Szenario beendet, kann nun die Entwicklungsphase abgehalten werden. Diese “Pause” zwischen 2 Szenarien dient dazu, Helden wieder zu beleben, neue Ausrüstung anzuschaffen und auszumachen, wo es nun als Nächstes weitergeht.

Die eigentliche Entwicklung, die ein Held durchläuft, während er seine Abenteuer in Arcadia besteht und dabei Erfahrung sammelt, besteht nun darin, den Helden neue Ausrüstung zukommen zu lassen. Dafür setzt die jeweilige Gilde die, im Laufe des vorherigen Szenarios, gesammelten Münzen ein.

Entsprechend der aktuell gespielten Stufe (Level) werden die passenden Entwicklungskarten gemischt und an jeden Spieler verdeckt 6 ausgeteilt. Die Spieler suchen sich nun 2 Karten aus und geben den Rest an den jeweils nächsten Spieler weiter. Dies geht reihum so weiter, bis jeder wieder 6 Karten auf der Hand hat.
Nun entscheidet jeder Spieler für sich, welche der nun vorhandenen Entwicklungskarten er kauft – bis zu 3 Karten maximal -, die übrigen Karten werden abgelegt. Die dafür nötigen Münzen kommen in den allgemeinen Vorrat zurück und von den evtl. noch übrigen Münzen darf 1 für die nächste Entwicklungsphase behalten werden, der Rest “verfällt”.

Auf die Art “wachsen” die Helden und können mit immer besseren Waffen, Rüstungen und Zaubersprüchen gegen die immer mächtiger werdenden Monster bestehen.

Fazit:
Arcadia Quest ist ein sehr gelungenes Abenteuerspiel, dass nicht nur Vielspieler anspricht, sondern durchaus auch für weniger versierte Spieler den Einstieg in das Genre bedeuten kann. Es gilt zwar zunächst viel Material und Regelwerk zu verdauen, jedoch mit etwas Geduld oder einem erfahrenen Erklärbär, erschließt sich die wunderbare Welt von Arcadia auch einem breiteren Publikum.

Im Spiel selbst kämpft anfänglich jeder für sich, aber sobald ein Spieler vorne liegt weil er eine Quest mehr erfüllt hat als die anderen Spieler, wird dieser Spieler das Hauptziel. Und eigentlich geht es irgendwann auch gar nicht mehr so sehr ums Gewinnen. Man will Monster oder andere Charaktere umhauen um an Gold zu kommen. Haben besiegte Spieler unterwegs Schätze gefunden dann lassen sie diese Fallen – womit ein Spieler mit wertvollen Schätzen manchmal lukrativer wird als das erfüllen einer Quest.

Ausstattung und Material vom Herausgeber CMON (Cool Mini or Not) sind reichhaltig und dabei durch die Bank weg extrem hochwertig. Die Figuren sind sehr detailliert, die Helden unterscheiden sich alle deutlich und wer nun noch das Talent und die Geduld aufbringt, diese anzumalen, kann das Spiel fast zum Bestaunen in die Vitrine stellen.

Karten und Pappmarker sind ebenfalls thematisch sehr gut konzipiert und produziert und so wirkt das ganze Spiel mit all seinen Komponenten wie aus einem Guss.

Die Anleitung ist zwar recht gut strukturiert und gibt einige gute Beispiele mit, aber bei der Menge an Informationen kommt es vor, dass so manche Passage erneut gelesen werden muss. Einmal verinnerlicht, können die Grundregeln jedoch leicht in jedem Szenario abgerufen werden.

Die 11 mitgelieferten Szenarien mit steigendem Schwierigkeitsgrad bringen dann auch genug Abwechslung für viele Partien mit, denn eine Kampagne fordert immer nur 6 von diesen und so können viele Kombinationen durchprobiert werden, bevor sich ein Abenteuer zu wiederholen droht. Insgesamt macht das Szenarien-Hopping viel Spaß und man bleibt dennoch immer in der Geschichte, da die Story-Elemente gut miteinander verwoben sind und durch die Errungenschaften und Titel auch ein roter Faden gesponnen werden kann.

Die Testrunden wussten allesamt zu begeistern, nachdem die Abläufe im ersten Probeszenario gemeistert wurden und sich die Erfolge einstellten. Es ist ein Spiel bei dem man sich gegenseitig so richtig schön verprügeln kann. Das Spiel ist sicher ein Highlight für Familien und Kids im Alter 10+, aber auch für größere die gerne interaktive Spiele mit Miniaturen spielen. Auch eine gewisse Sammelsucht, wie aus Computerspielen bekannt, kann sich während einer Kampagne durchaus einstellen. Und so wird aus einem nur kurz geplanten Besuch in Arcadia sehr schnell ein ausgewachsenes Abenteuer.

Erscheinungsdatum: 2014
Designer: Thiago Aranha, Guilherme Goulart, Eric M. Lang, Fred Perret
Herausgeber: Asmodee bzw. CMON
Anleitung: Klick
Spieleranzahl: 2 – 4
Spielzeit: ~ 60 – 80 min
Altersempfehlung 10+
Genre: Abenteuer, Fantasy, Miniaturen, Jeder gegen Jeden
Mechanik: Würfel, modulares Brett, Grid-Bewegung, Aufleveln
EAN: 3558380026471

Die eigene Cloud – Seafile, Bittorrent Sync und Baikal auf einem Raspberry Pi – Tutorial

Seit etwa einem dreiviertel Jahr bin im Besitz eines Raspberry Pi und habe damit ein wenig rumgenerdet. Hauptsächlich verwende ich ihn als kleinen Server, der bei mir a.u als Ersatz für Dropbox und weitere Cloud-Dienste wie z.B. Kalender und Kontakte Synchronisation dient. Über die Anfänge und ersten Gehversuche habe ich hier bereits geschrieben. Eigentlich wollte ich kein Tutorial mehr schreiben – da gibt es schon sehr viele und sehr gute. Da ich aber bislang noch keines gefunden habe, das wirklich vom ersten Schritt an erklärt wie man so einen Raspberry Server mit allem drum und dran aufsetzt, habe ich mich umentschieden. Read more

Quelle: www.rulesgame.net (Press Kit)

“Rules!” – Ein kurzes Review

Selten haben wir der Veröffentlichung eines iPhone-Spiels so entgegengefiebert.
Wobei…nee. Eigentlich noch nie.

Als regelmäßige Hörer des Podcasts “Fanb0ys”  und als große Fans der YouTube-Doku “Monkey Business” des Indie-Studios “CodingMonkeys” wurden wir ziemlich schnell auf Rules! aufmerksam. Bei einem kurzen und sehr netten Treffen mit dem Rules!-Entwickler Marcel-André Cassasola Merkle (aka @zeitweise) auf der diesjährigen Republica, konnte ich Rules! auch schon kurz ausprobieren.
Seit Anfang August gibt es Rules! nun im App-Store – und die Wartezeit hat sich wirklich gelohnt.

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Republica 2014 – Fragen dreschen nach der #rp14

rp14Wie es war?
Ich fand´s toll!

Damit könnte man die Berichterstattung der re:publica 2014 auch auf sich beruhen lassen.
Aber es würde diesen drei Tagen #rp14 nicht wirklich gerecht werden.
War die Republica-Premiere vor einem Jahr doch von einem gewissen Maß an Überforderung geprägt, wusste ich dann dieses Jahr was von diesem Event so in etwa zu erwarten war. Und die Erwartungen wurden auch erfüllt.

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Weg von der (Fre)E-Mail

Mit der Zahlungsbereitschaft im Netz ist das ja so eine Sache. Egal ob es um journalistische Inhalte, Apps oder sonstige Dienste geht. Diskussionen über Freemium Apps und Paywalls gibt es immer wieder.
Speziell im Software-Bereich kann ich zumindest für meinen Teil sagen, dass ich sehr gerne für gut gemachte Apps und schön gestaltete Spiele Geld bezahle und die Entwickler gerne unterstütze. Warum auch nicht? Ich verzichte gerne auf den “Flappy Bird” für den ich kein Geld bezahlen muss.

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WhatsApp – Weil Facebook es kann!

whatsapp

Facebook kauft also WhatsApp.
Für schlappe 19 Instagrams.
Kein Problem für den Mark.
Und schon rauschts in unseren Filterblasen. In meiner Timeline kann ich mich durch die verschiedene Lager scrollen. Das geht von “Leute – wechselt jetzt!” oder “Und wie jetzt alle denken, dass Apps löschen was bringen würde – die NSA knackt sowieso Verschlüsselung” , bis zu “Meine Threema ID ist übrigens OXOFRMBL”.

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Neulich in Amsterdam …

… war ich auf der Suche nach Stoff. Ihr wisst was ich meine. Stoff, der sich zum Schießen lohnt. Richtig! Mit Stoff, sind natürlich Orte, Menschen oder Tiere gemeint – wobei man die Letzteren zusammenfassen könnte – und das Schießen ist hier nicht mit dem Erlegen zu verwechseln, sondern bezeichnet eher den Druck auf den Auslöser meiner Kamera.
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Die selfmade Cloud

Vor mittlerweile auch schon einigen Wochen stieß ich beim abendlichen random-surfing auf einen Blogartikel von monoxyd, der sich mit einem Raspberry Pi eine eigene kleine Dropbox gebaut hatte.

 Ich fand die Idee ziemlich cool und wollte so etwas auch haben. Einerseits hat mich die Lösung einer eigenen, privaten Cloud aus reinem Nerdinteresse ziemlich neugierig gemacht und wollte es auch einfach mal probieren, einen eigenen Server aufzusetzen. Read more

Comics – Wo fängt man an?

“Wie fang ich an Comics zu lesen?” Eine Frage, die wahrscheinlich regelmäßig von denen, die Comics lesen wollen gestellt werden. Keine Ahnung zu haben wo man beginnen soll, kann schnell abschreckend wirken.

Ich stand vor genau demselben Problem und heute bin ich hier, um euch zu sagen, dass es nicht so schwer ist wie man denkt. Dieser kleine Ratgeber zielt darauf ab dir den Einstieg in die Welt von Comics auf einfache Weise näher zu bringen.

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#EATutzing – Herausforderungen an die Netzpolitik

Ende November 2013 fand an der Evangelischen Akademie in Tutzing eine Tagung mit dem Thema „Politik 2.0 – Herausforderungen an die Netzpolitik“ statt. Hier gab es verschiedene Vorträge zu Themen wie Netzneutralität, Open Government, Leistungsschutzrecht und NSA-Skandal. Mit dabei waren teils sehr bekannte Gesichter wie z.B. Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Constanze Kurz (Chaos Computer Club), Anke Domscheit-Berg sowie der Tübinger Student Johannes Scheller, der mit der Initiierung der Petition zur Netzneutralität bekannt wurde. Die Vorträge wurden damals live im Netz übertragen –(ich bin auch nur durch Zufall drauf gestoßen),  seit ein paar Wochen sind die Videos auf YouTube verfügbar. Insgesamt sind die Vorträge ganz interessant – auch für Leute die sich mit den Themen noch nicht wirklich beschäftigt haben  – man braucht eigentlich kein Experte sein, um den Ausführungen folgen zu können. Read more