Republica 2014 – Fragen dreschen nach der #rp14

rp14Wie es war?
Ich fand´s toll!

Damit könnte man die Berichterstattung der re:publica 2014 auch auf sich beruhen lassen.
Aber es würde diesen drei Tagen #rp14 nicht wirklich gerecht werden.
War die Republica-Premiere vor einem Jahr doch von einem gewissen Maß an Überforderung geprägt, wusste ich dann dieses Jahr was von diesem Event so in etwa zu erwarten war. Und die Erwartungen wurden auch erfüllt.


Da ich im Verlauf der letzten zwei Jahre angefangen habe mich intensiver mit netzpolitische Themen zu beschäftigen (ja auch schon vor Snowden!) war ich von den über 70 netzpolitischen Sessions durchaus angetan. Leider ist es unmöglich sich immer alles anzusehen was einen so umtreibt. „Vorratsdatenspeicherung für Anfänger und Fortgeschrittene„(André Meister und Anna Biselli), „Let’s talk about Sex Baby, let’s talk about PGP“ (Jakob Appelbaum und Jillian C. York), „Überwachung macht impotent“ (wirklich ein must-see!) von Friedmann Karig, waren nur ein paar der wirklich sehenswerten Vorträge. Der Vortrag „On our fear and apathy towards smartphone attacks“ von Linus Neumann und Ben Schlabs war auch dank dem „live-hack“ eines Smartphone-Fingerabdruck-Sensors durchaus unterhaltsam und informativ. Mehr von den persönlichen Highlights sind auf der Ruhezustand Facebookpage verlinkt. Aber auch das sind nur ein paar wenige der 350 (?) Sessions. Aber es gibt auch (fast) alle Vorträge zum nachschauen auf dem Republica-Youtube-Kanal. (Für einen Überblick lohnt sich hier zunächst ein Blick auf den #rp14-Fahrplan.)

Alles in allem ein wirklich durchdachtes, abwechslungsreiches Programm. Des weiteren habe ich die Qualität der Speakerinnen und Speaker in diesem Jahr als wesentlich besser empfunden, als im letzten Jahr. Das gilt nicht nur für Sascha Lobo. Kurze Begegnungen mit der Twitter-Timeline oder  – egal ob spontan oder zielgerichtet – und eine grandiose Abschiedssause haben dazu beigetragen, dass die republica 2014 eine richtig gute Zeit war.

Bei allem Spaß haben diese drei Tage  aber auch zum nachdenken und reflektieren angeregt:

Zum Beispiel: Die „Netzgemeinde“
In ziemlich jeden Medium, welches über die Republica berichtete stand irgendwas von „Die Netzgemeinde berät über dies und das; Die Netzgemeinde trifft sich in Berlin“ etc.
Ein total bescheuerter Begriff, trotzdem fällt niemand ein besserer ein.
Und irgendwie passt es ja doch. Oder? Wer oder was ist diese Netzgemeinde? In meinem persönlichen (offline) Umfeld – welches dann doch mit vielen medien- und netzaffinen Menschen gespickt ist – sind es doch eher wenige die ich zur Netzgemeinde zählen würde. Es sind nicht viele, die sich für netzpolitische Fragen, die gesellschaftlichen Zusammenhänge und deren Relevanz interessieren. Gunter Dueck sagte in seinem Aufruf zum metakulturellen Diskurs bei der rp13 in seinem Vortag irgendwas von „Hier drin sind Sie viele. Aber nicht da draußen“
Dieses Jahr hatte Yasmina Banaszcuck aka @frdingens ein paar treffende Worte dafür:

„Die Netzgemeinde ist gescheitert“ Wir müssen versuchen mehr Leute ranzuholen, die nicht die typischen Kriterien der IT- Versierten, akademisch gebildeten und technologieinteressierten Leuten erfüllen.“

 

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Die Digitalisierung und Vernetzung der Welt wirkt sich in derartig vielen Ebenen in unserer Gesellschaft und in unserem unmittelbaren Umfeld aus, dass es keineswegs nur der „Netzgemeinde“, – unserer Filterbubble –  überlassen sein sollte, sich über bestimmte gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Prozesse klar zu werden und eine Meinung darüber zu entwickeln und aktiv zu werden.

Und wie war das noch mit Post-Privacy, Spackeria und Aluhüten?

Was heißt für uns denn heute Privatsphäre?
Mit Sicherheit etwas anderes als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Ist das schlecht? Schränken wir uns mit dem plakativen „meine Daten gehören mir“ nicht auch in einer gewissen Weise ein? Ja? Nein?
Genug der Fragendrescherei.

Unterm Strich lohnt sich ein Besuch bei der Repbulica auch für Menschen, die keine Nerds, Geeks, Blogger sind. (Oder was sich eben sonst alles zur „Netzgemeinde“ dazuzählt).

Nächstes Jahr ist wieder eine Gelegenheit sich zu trauen und einfach mal hinzugehen.

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