WhatsApp – Weil Facebook es kann!

whatsapp

Facebook kauft also WhatsApp.
Für schlappe 19 Instagrams.
Kein Problem für den Mark.
Und schon rauschts in unseren Filterblasen. In meiner Timeline kann ich mich durch die verschiedene Lager scrollen. Das geht von „Leute – wechselt jetzt!“ oder „Und wie jetzt alle denken, dass Apps löschen was bringen würde – die NSA knackt sowieso Verschlüsselung“ , bis zu „Meine Threema ID ist übrigens OXOFRMBL“.

Hmm.
Man könnte den Eindruck bekommen, dass sich manche Leute wohl doch um die Sicherheit ihrer digitalen Kommunikation sorgen und doch „was zu verbergen“ haben? Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das Hauptargument für einen Wechsel zu einer Whatsapp-Alternative ausschließlich besserer Datenschutz (und ggf. eine Verschlüsselungsmöglichkeit) ist.
Schön und gut, aber WhatsApp konnte man auch schon vor dem Facebook-Deal bezüglich Datenschutz und Datensicherheit auch nicht weiter trauen als man es werfen kann. Wenn das aber nun der Auslöser ist, dass sich Leute mehr mit Datenschutz und der NSA-Affäre beschäftigen wollen ist es auch gut. (Pro-Tip am Rande:  www.netzpolitik.org verschenkt gerade den Sammelband zum NSA-Skandal – „Überwachtes Netz“
)

Ich finde trotzdem, man muss sich auch andere Tatsachen bewusst(er) machen:

Facebook kauft einen Messenger-Dienst mit etwa 450 Millionen Nutzern und ist damit auch 450 Millionen Briefkästen Telefonnummern reicher.
Facebook kauft einen Messenger-Dienst, der von 300 Millionen Menschen täglich benutzt wird.
Facebook kauft einen Messenger Dienst, dessen Geschäftsmodell (zumindest bis jetzt) nicht auf Werbung und Datenaggregation der Nutzer basiert.

Es ist ja nicht unbedingt so, dass WhatsApp Facebook funktionaler machen würde und Zuckerberg sich so ein funktionales Upgrade kaufen würde. Einen Facebook-Messenger, der praktisch über die gleichen Funktionen wie WhatsApp verfügt,  gibt es bereits. Nein, er kauft WhatsApp, weil dieser Dienst ein riesiger Konkurrent für das Unternehmen ist und weil WhatsApp in den vergangen Jahren ein erstaunlich hohes Wachstum hingelegt hat.
Das ist Mark Zuckerberg 19 Milliarden Dollar wert. Weil er es kann!

Unabhängig davon, ob man jetzt Facebook nutzt, nicht nutzt, für gut, nicht gut oder diabolisch hält, lohnt es sich doch darüber nachzudenken ob es wirklich so toll ist, dass Facebook zum Monopol der digitalen Kommunikation werden will und einfach jede erfolgreiche Innovation aufkauft – weil Facebook es kann!

Monopole sind scheisse!

Und das ist meiner Meinung nach ein Grund um sich nach Alternativen wie z.B Threema, Surespot etc. umzusehen. Konkurrenz belebt das Geschäft und Konkurrenz ist wichtig!

Dass da was dran ist, zeigt ein Blick auf die App-Store Charts von Apple und Google:

apple

google

 

 

 

 

Da sich Threema ja gerade großer Beliebtheit erfreut, lohnt sich vielleicht ein Blick auf diesen Messenger. 
Ich habe es mir bereits gekauft und hoffe, dass es ein Großteil der Leute, mit denen ich Nachrichten austausche, mitmacht. Ich glaube, es ist eine funktionale Alternative, die sich gerade ziemlich stark rumspricht. Vielleicht wird das ja wirklich das nächste WhatsApp?

Trotzdem:
Eine Garantie, dass Threema vor Lauschangriffen diverser Geheimdienste schützt, gibt es nicht. Der Quellcode ist nicht öffentlich – es weiß kein Mensch ob die Daten beim Entwickler tatsächlich sicher sind oder ob die App eine Geheimdiensthintertür besitzt.
Bei Zeit Online gibt es einen ganz guten Artikel über Threema – auch wenn die Überschrift des Artikels aus den genannten Gründen etwas unpassend scheint.

Die Suche nach WhatsApp-Alternativen zeigt wieder eines ganz deutlich.

Wer wirklich sicher digital kommunizieren möchte, muss sich intensiv mit alternativen Anbietern und alternativen Plattformen auseinander setzten. Das ist mühsam und erfordert mit mit Sicherheit auch gewisses technisches Verständnis.

An dieser Stelle der Hinweis auf zwei Artikel von Anne Roth (@annlist), in denen ausführlich die verschiedenen Gesichtspunkten von Suche und Bedeutung nach Alternativen für Google und Co. betrachtet werden.

 

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